Uwe Nickel

1942 in Zoppot geboren, ist seit 1962 als Grafiker und freier Maler tätig. Er lebt und arbeitet in Hagen.

Seine Ausbildung umfasste die Bereiche Grafik, Design und Malerei. Seine künstlerischen Arbeiten umfassen vor allem zahlreiche Plakat-, Buch- und Grafikgestaltungen sowie zahlreiche Wandgestaltungen (Kunst am Bau) an öffentlichen Gebäuden. Auf Einladung des Goethe-Institutes war Nickel an Ausstellungen und Workshops in vielen Ländern beteiligt, u.a. an internationalen Biennalen in Polen, der Schweiz, Italien und den USA.
Darüber hinaus waren seine Werke u. a. in Ausstellungen in San Francisco, Paris, Amsterdam, Berlin, Hannover und Wiesbaden zu sehen, außerdem in einer ständigen Ausstellung in der Atelier-Galerie Haus Busch, Hagen. Ausgezeichnet wurde sein Werk bisher mit dem Förderpreis zum Karl-Ernst-Osthaus-Preis der Stadt Hagen.
Nickel bietet zahlreiche Kunst-Workshops mit Schülern und mit Volkshochschulen an.

Betrachtet man seine Bilder, die Großleinwände, die mittleren bis zu den kleinen Formaten, ist allen die helle, klare und leuchtende Farbe gemein. Verwunderlich die heitere unbeschwerte Farbigkeit, die eher südländisch anmutet. Ist man zuerst geneigt, von überladenen und ungeordneten Bildern zu sprechen, bemerkt man beim näheren Betrachten, dass Uwe Nickel nichts dem Zufall überlässt, seine Bilder meisterhaft komponiert sind. Gekonnt stellt er schwere Flächen gegen leichte, setzt bewusst Farben und Formen ein, um damit Effekte zu erzielen. Oftmals setzt er kleinteilige Flächen gegen großflächige und erreicht damit, dass das Auge in Bewegung gehalten wird und von einer Bildhälfte zur anderen oder von oben nach unten wandert. Die Dynamik und Bewegung des Pinsels sind immer erkennbar. Die Maltechnik gibt für ihn nicht den Ausschlag. Für ihn ist das Gesamtbild das Wichtigste.

Farbige Schablonen werden eingesetzt, in den früheren Arbeiten stärker als heute. Die Konturen dieser Schablonen verschwinden, der Weg hin zur Abstraktion wird kontinuierlich, aber langsam beschritten. Hatten diese farbigen Schablonen früher die Aufgabe, Tiefenräumlichkeit darzustellen, sind ihre Konturen heute aufgehoben.
Viele Arbeiten weisen starke Farbkontraste auf. Farben symbolisieren für ihn bestimmte Emotionen und Gefühle. Eine tiefenräumliche Gliederung seiner Arbeiten erreicht Uwe Nickel, in dem er sich das Wissen um die Wirkung unterschiedlicher Farben auf gleicher Ebene zu Eigen macht.

Die optische Fülle, besonders der großen Formate, regt die Fantasie an. Der Betrachter beginnt nach Etwas zu suchen, das seinem Auge in der dynamischen Anordnung der Bilder Halt gibt. Häufig trifft das Auge auf einzelne bekannte Elemente: Köpfe, Lippen, Hände, Augen aber auch Landschaftsteile und Architekturelemente lassen sich finden. Silhouetten von Körpern erscheinen, greifende Hände, schwingende Hüften. Auf der Suche nach neuen Informationen wandert das Auge des Betrachters – wie bei einem Text – von einer Bildhälfte zur anderen, von links nach rechts, von oben nach unten. Die Dynamik des Pinselduktus ist dabei jederzeit erkennbar. Schablonenhaft werden die Realitätsfragmente immer wieder eingesetzt und neu angeordnet. Nickels Bildwelten sind damit sowohl abstrakt als auch Widerschein der Wirklichkeit. Häufig bietet es sich für den Betrachter an, zunächst einmal aus der Nähe einen ersten Eindruck zu gewinnen, um sich dann dem Bild ein zweites Mal im Ganzen zu widmen.

Die Arbeiten sind komponiert im besten Sinne des Wortes, jede Gewichtung, jeder Wert, ob der Farbe oder der Form, hat seinen Gegenwert. Es sei denn, die Dissonanz ist gewollt.
Von einer positiven emotionalen Grundhaltung geht der Künstler aus, was sich im Produktionsprozess ebenso zeigt, wie in andauernden Arbeitsphasen. Die Bildtitel geben darüber Auskunft und dürfen als Schlüssel zum Bild ernst genommen werden.

Aus den Bildern Uwe Nickels sprechen die Emotionen. In allen Werken wird das erlebnisreiche Leben spürbar, das der Künstler geführt hat. Um die Emotion der erinnerten Situation einzufangen, weisen viele Arbeiten starke Farbkontraste auf. Die meisten von ihnen schwelgen in einer klaren, hellen, positiv belegten Farbigkeit. Die Kontraste orientieren sich an den komplementären Wirkungen.

Bei Uwe Nickel ist es nicht Willkür, denn er arbeitet mit dem Erlebten, er lässt es reifen, am Anfang steht die Idee, am Ende ist die Wirklichkeit....